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Die häufigsten Argumente unsachkundiger Jagdgegner

von Michael Saar

Die häufigsten Jagdgegner-Lügen

„Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt die Jagd ab“

In einer Umfrage des unabhängigen IfA-Instituts 2008 hielten 83 % der Befragten die Jagd für notwendig, um Wildbestände zu regulieren. 86 % waren der Meinung, dass Jäger die Natur lieben, und 64 % sagten, dass Jäger bedrohten Arten helfen. Nur 16 % meinten, dass Jäger nur aus Lust am Töten jagen.

 

„Jäger sind Mörder“

Mord ist ein gesetzlich definierter Straftatbestand. Jäger halten sich an Gesetze und erfüllen behördliche Auflagen. In einer modernen, demokratischen Gesellschaft ist niemand berechtigt, aus ideologischen Gesichtspunkten seine eigenen Gesetze zu definieren und aus diesen heraus die Rechte von Mitbürgern widerrechtlich zu beschneiden (Beleidigungen, Drohungen, üble Nachrede, Sachbeschädigung u. v. m.).

 

„Jagd ist überflüssig“ bzw. „Wildtiere vermehren sich stärker, wenn man sie bejagt“

Die meisten Säugetiere sind so genannte K-Strategen (K = Kapazitätsgrenze), deren Vermehrungskurve S-förmig verläuft. Am Minimum und an der Grenze der Lebensraumkapazität verläuft die Kurve besonders flach, d. h. wenn die Nahrung für die Population knapp wird, lässt die Reproduktion nach. Die höchste Vermehrungsrate besteht bei der Hälfte der maximal möglichen Populationsgröße, d. h. wenn die Population durch Bejagung auf diesem Level gehalten wird (freiwillig und ohne Prädatoren stellt er sich nicht ein), ist sie am vitalsten. Wildtierbestände und damit die Jagdstrecken erhöhen sich, wenn das Nahrungsangebot für diese Wildarten und damit die Lebensraumkapazität größer wird (mehr strukturreiche Mischwälder, häufigere Baummasten). Es gibt mehr Nachwuchs, weshalb man auch mehr erlegen kann (und muss); nicht umgekehrt. Ohne Bejagung stellt sich das Maximum der Population ein, das aber von Land- und Forstwirten wegen wirtschaftlicher Schäden nicht akzeptiert wird und außerdem die Ausbreitung von Seuchen fördert.


„Das natürliche Gleichgewicht stellt sich von selbst ein“

Der Mensch hat die Umwelt nachhaltig und unwiederbringlich verändert. Ein Gleichgewicht kann sich nur einstellen, wenn er in keiner Weise mehr in den Naturhaushalt eingreift.

 

„Jagd ist Tierquälerei“

Jagd ist die artgerechteste Form der Beschaffung tierischer Nahrungsmittel. Der Schuss des Jägers trifft das Tier unvorbereitet, anders als der Tod im Schlachthof, der zudem am Ende eines Lebens in Gefangenschaft steht. In einem naturbelassenen Lebensraum stirbt die Beute von Raubtieren oft langsam und qualvoll. Trotzdem befürworten viele Naturschützer eine natürliche Regulation durch Wolf und Luchs. Wer Fleisch isst oder andere tierische Produkte nutzt, kann nicht konsequent gegen die Jagd sein.

 

„Jäger füttern, um die Wilddichte zu fördern“

Zu unterscheiden sind Fütterung, um ein Verhungern in Notzeiten zu verhindern, Ablenkungsfütterung, um Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft zu verringern, sowie Kirrung (Anlocken mit geringen Futtermengen), um das Wild, das sich wegen der rund um die Uhr zunehmenden Freizeitaktivitäten in der Natur fast nur noch in Dickungen aufhält, sehen und erlegen zu können. Art und Menge der Futtermittel sind gesetzlich vorgeschrieben. Eine Bestandsregulierung durch Verhungernlassen in harten Wintern ist nicht naturgemäß, sondern tierschutzwidrig, da die Menschen die Umwelt so verändert haben, dass Wildtiere ihre von Natur aus angestammten Nahrungsquellen im Winter nicht mehr vorfinden (versiegelte und von Infrastruktur zerschnittene Tallagen, kahle Felder usw.).

 

„Laut Aussage der Wildforschungsstelle des Landes Baden-Württemberg kommen auf ein Wildschwein 250 bis 300 kg von Jägern ausgebrachter Mais“

Schon 2004 hat der Leiter der Wildforschungsstelle dieser Auslegung widersprochen: „Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Fütterung und der Bestandsentwicklung von Schwarzwild ist nicht nachgewiesen. (…) Offenbar wurden hier unkritisch Zahlen aus einer Broschüre des NABU übernommen, Zahlen, die aus einer vagen Hochrechnung hervorgehen, die zudem noch auf falschen Voraussetzungen beruht.“ Mais hat nur eine Bedeutung für die Ernährung von Schwarzwild, wenn das natürliche Angebot an Eicheln und Bucheckern ausfällt. Das kommt praktisch nicht mehr vor.

 

„Der Jäger hegt nur Tierarten, die für ihn von Interesse sind“

Jäger interessieren sich für alle Tierarten. Sie legen auf eigene Kosten Biotope an, von denen auch Insekten, Bodenbrüter, Lurche usw. profitieren, fördern gezielt geschonte Arten wie das seltene Auerhuhn, unterstützen die Wildforschung u. a. im Wildkatzenprojekt und verhüten Wildunfälle. Darum ist der Landesjagdverband als Naturschutzverband anerkannt.

 

„Jagd bewirkt naturwidrige Fehlauslese“

Es werden überwiegend Jungtiere geschossen. Das entspricht der Natur.

 

„Bedrohte Arten werden bejagt“

Seit Inkrafttreten des Bundesjagdgesetzes ist noch keine bejagbare Tierart ausgestorben. Feldhasen werden zweimal pro Jahr, andere Arten wie Wildkaninchen, Rebhuhn und Fasan alle drei Jahre flächendeckend mit wissenschaftlichen Methoden gezählt und ausgewertet. Wo eine nachhaltige Bejagung nicht gesichert scheint, wird sie eigenverantwortlich ohne Zutun des Gesetzgebers eingestellt (z. B. Rebhuhn in vielen Revieren).

 

„Füchse muss man nicht bejagen“

Fuchspopulationen regulieren sich in der modernen Kulturlandschaft nicht mehr selbst. Der Fuchs hat sich menschliche Nahrungsquellen im Siedlungsbereich erschlossen (Abfälle, Kompost, Katzenfutter), sodass er auch dann in hohen Populationen überleben kann, wenn seine Beutetiere abnehmen. Der frühere Regulationsmechanismus der Tollwut ist durch erfolgreiche Impfung ebenfalls weggefallen. Dass Beutegreifer ihre Beutetiere reduzieren, belegen verschiedene internationale Studien im Rahmen von Räuberausschlussversuchen auf kleineren Flächen (Keith et al. 1984, Kinnear et al. 1988, Angerbjörn 1989, Marcström et al. 1989, Tapper et al. 1991, 1996, Guthörl & Kalchreuter 1995).


„Füchse sind keine Gefahr für Hasen, weil die schneller sind“

Das gilt vielleicht für erwachsene Hasen. Der größte Anteil der Beute sind Jungtiere.

 

„Nutzen und Schützen schließen sich aus“

Eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen – dazu zählen auch Wildtiere – gehört zu den Zielen der Agenda 21. International ist der Grundsatz „use it or lose it“ anerkannt, d. h. die Möglichkeit sinnvoller Nutzung ist oft die beste Motivation für nachhaltigen Schutz. In Staaten, in denen die Naturentfremdung nicht so weit fortgeschritten ist wie in Deutschland, wird die Berechtigung der Jagd nicht angezweifelt.

 

„Hobbyjäger“

Jäger sind neben Fischern die einzigen Naturschützer und Naturnutzer, die eine umfangreiche Ausbildung und eine staatliche Prüfung absolvieren müssen. Jäger müssen zuverlässig sein; Unzuverlässigkeit in anderen Bereichen (Verkehrsdelikte, Straftaten) bedeutet auch Jagdscheinentzug. Übrigens: Förster genießen die gleiche jagdliche Ausbildung...

 

„Jagd bringt Einnahmen“

Rund 22.000 Tonnen Wildbret werden jährlich in Deutschland verzehrt. Bei erzielten Preisen von 4 – 5 € pro Kilo am Stück wären theoretisch Einnahmen von rund 100 Mio. € drin. Davon abzuziehen sind Eigenverzehr und die Einnahmen des Staates für das Wild, das in Regiejagden erlegt wird. Dem stehen rund 750 Mio. € Ausgaben gegenüber, davon allein 100 Mio. €, die ehrenamtliche Jäger in Deutschland jährlich für Natur- und Biotopschutzmaßnahmen aufwenden.

 

„Um Wildunfälle kümmert sich die Polizei“

Die Polizei nimmt den Unfall auf. Dann wartet sie – auch mitten in der Nacht – auf den Jäger, dem sie das Ausstellen der Wildunfallbescheinigung, das Entsorgen des überfahrenen Wildes (das grundsätzlich nicht mehr in Verkehr gebracht werden darf) auf eigene Kosten sowie evtl. notwendige Fangschüsse oder Nachsuchen überlässt. Hierzu ist der Jäger nicht verpflichtet, er tut es freiwillig und ehrenamtlich. Eigentlich wäre es Aufgabe der Straßenbaulastträger.


„Über 700 Jagdunfälle pro Jahr“

Zu diesem statistischen Wert zählen vor allem Stürze, Wespenstiche, Verletzungen an Dornen usw., die auch außerhalb der Jagdausübung vorkommen. Schusswaffen als Ursache machen einen Bruchteil aus. Auf Sicherheit im Jagdbetrieb wird in Ausbildung und Praxis allergrößter Wert gelegt. Die Landwirtschaftliche Sozialversicherung listet für das Jahr 2010 zwei tödliche Jagdunfälle durch Schusswaffen bei über 350.000 Jägern. Somit leben Jäger sicherer als z. B. Autofahrer (rund 4.000 Verkehrstote pro Jahr) oder Alpenvereinsmitglieder (40 tödlich Verunglückte).

 

„Das Bundesjagdgesetz geht auf ein Nazi-Gesetz zurück“

Das Bundesjagdgesetz wird international als vorbildlich angesehen. Das Reichsjagdgesetz, auf das es zurückgeht, wurde in den 1920er-Jahren von einem SPD-Politiker erarbeitet und 1934 von Hermann Göring unterschrieben. Dieselbe Vorgeschichte hat im Übrigen auch das Bundesnaturschutzgesetz.

 

„Jeder Grundeigentümer muss selbst entscheiden dürfen, ob seine Flächen bejagt werden“

Eine flächendeckende Jagd ist für Allgemeinwohlinteressen wie Natur- und Artenschutz, für die Verhinderung von Wildschäden und für die Bekämpfung von Tierseuchen unerlässlich. Durch einzelne aus der Bejagung genommene Grundstücke würden Rückzugsräume geschaffen, die eine geordnete Regulierung des Wildbestands unmöglich machen können. Die Folge wären zunehmende Wildschäden auf den umliegenden Grundstücken; Abwehr und Kontrolle von Tierseuchen wären kaum mehr möglich.

 

„Theodor Heuss sagte: Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit“

Persönliche Meinungen sind keine Fakten. Andere Prominente befürworten die Jagd. Passionierte Jäger sind oder waren z. B. Walter Scheel, ebenfalls ehemaliger Bundespräsident, sowie verschiedene Ministerpräsidenten, Bundestagspräsidenten und Bundesminister.

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